Die Architektur
Ein Haus, das mit der Landschaft altert
Der Friedrichshof ist ein moderner Dreiseithof: Er nimmt die historische Form des mecklenburgischen Bauernhofs auf und denkt sie radikal neu. Klare Linien, ein ausladendes Steildach, große Fenster, die sich zur Landschaft öffnen. Entstanden ist ein Gebäude, das zeitgenössisch und zugleich zeitlos ist – gebaut nicht gegen die Umgebung, sondern um mit ihr zu altern.
Im Gedenken
Der Architekt
Der Friedrichshof ist das letzte große Werk von Klaus Künkler – Architekt, Ideengeber und Vater des Bauherrn. Über Jahrzehnte hat er Gebäude entworfen und das Stadtbild seiner Heimatregion geprägt; den Friedrichshof plante er mit über achtzig Jahren als seinen Schlusspunkt. Am 28.05.2026 ist er im Alter von 85 Jahren verstorben.
Aus der Zusammenarbeit von Vater und Sohn – manchmal spannungsvoll, immer ernsthaft – entstand ein Ort, der bleiben soll. Was als Rückzugsort für die eigene Familie begann, wurde zu einem Haus für andere: für Begegnung, für Ruhe, für Gesundheit.
Ohne ihn würde es den Friedrichshof nicht geben.
Entwürfe
Die ersten Skizzen und Pläne für den Friedrichshof stammen aus der Hand von Klaus Künkler – Entwürfe, aus denen das Haus geworden ist.
Form & Idee
Das Herzstück ist das große, ruhige Steildach, das dem Bau seine Silhouette gibt. Darunter öffnen breite Fensterflächen die Räume zur Seenlandschaft – möglich gemacht durch einen großen Ringbalken im Obergeschoss, der die durchgehende Fensterfront des Seminarraums trägt. Die Formensprache bleibt zurückhaltend: nichts will beeindrucken, alles will dienen – dem Licht, dem Blick, dem Aufenthalt.
Materialien
Zwei Materialien prägen das Haus. Das Dach besteht aus vorbewittertem Stehfalz-Zink von RHEINZINK (prePATINA ECO ZINC, blaugrau) – ruhig, matt, langlebig. Die Fassade ist aus unbehandelter regionaler Lärche, die über die Jahre ihre eigene silbrige Patina entwickelt.
Die Wahl war bewusst – ästhetisch wie inhaltlich. „Das Zink ist ein Paradebeispiel für nachhaltiges Bauen: nahezu wartungsfrei, mit einer Lebensdauer über Generationen und vollständig recycelbar", so Klaus Künkler. Holz und Metall altern gemeinsam – und machen sichtbar, dass Zeit hier kein Gegner ist.
Nachhaltigkeit
Der kleine ökologische Fußabdruck war Grundbedingung, nicht Nachgedanke.
- — Sole-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser
- — Photovoltaik mit 38,4 kWp und Batteriespeicher
- — Zwei Regenwasserzisternen mit je 10.000 Litern
- — Biologische Kleinkläranlage
Zusammen sorgt das für über 70 % Energieautarkie – ein Haus, das sich weitgehend selbst versorgt.
„Gute Architektur ist mehr als Form. Sie kann Raum schaffen – für Begegnung, für Ruhe, für Sinn und Achtsamkeit."
Fotografie: Frank Peters · Ausführliche Objektreportage